Afri Cola
Die ehemalige DDR hatte ihre Cola-Marken Club Cola und Vita Cola, die Bundesrepublik warf Afri Cola ins Rennen und so wie die beiden EX-DDR-Marken, so bekam auch die Afri Cola Kultstatus. Afri Cola existiert bereits seit 1931 und war damals eine Marke der F. Blumhoffer Nachfolger GmbH. Produktionsstandort war lange Zeit Köln, jene Stadt, in der man „Kölsch“ zum Bier sagt. Flach heißt die Familie, der die Marke gehört; abgefüllt wird das Getränk von der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG. Bad Teinach, Fachingen und Güstrow heißen die modernen Produktionsstandorte. Etwas unschön, um es vorsichtig auszudrücken, war die Markengeschichte während des Dritten Reichs. Karl Flach war der Chef des Unternehmens zu jener Zeit; er reiste damals in die USA, besichtigte dort ein Coca Cola – Werk und soll von dort einen Kronkorken mitgenommen haben, auf dem in Hebräisch „koscher“ stand. Für Flach war das einerseits der Beweis, dass Coca Cola ein jüdisches Unternehmen ist, was für die Verbrecher an der Spitze des Nazi-Regimes und für alle, die diesen Verbrechern aus vollem Herzen zujubelten, natürlich Grund gewesen wäre, auf Coca Cola zu verzichten. Tatsächlich wurde Coca-Cola von den Nazis als amerikanisch-jüdisch eingestuft, schrieb die Zeit im April 1986, als Märtyrer taugt allerdings Coca Cola allerdings ebenfalls nicht. Bis 1941 – so die Zeit weiter – konnte das Unternehmen sein Getränk in Nazi-Deutschland verkaufen und nutzte beispielsweise die pompösen Olympischen Spiele 1936, um weiter in Deutschland Fuß zu fassen.
Afri Cola machte natürlich auch nach dem Krieg weiter mit der Produktion. Zwar verlor Afri gegen Coca Cola in den 60er Jahren endgültig den Kampf um die Vorherrschaft auf dem deutschen Markt; dennoch waren die 70er glorreiche Jahre für die Cola - Marke. Hippie, Pippi, Afri … alles ist gut! Der Werbespruch damals hieß natürlich anders: „Sexy-mini-super-flower-pop-op-cola. Alles ist in Afri-Cola.“ Jau! Mehr muss eigentlich nicht gesagt werden. Etwa Ende der 70er Jahre wurde es wieder etwas schwieriger für Afri Cola. Die Produktion von Afri Cola kam deshalb in den 80er Jahren fast völlig zum Stillstand; sie lag zeitweise allein in den Händen von diversen Lizenznehmern. 1999 übernahm die Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG die Rechte an der Marke und belebte die Marken „Bluna“ und Afri Cola“ im Zuge der Retro-Welle. Das Unternehmen machte allerdings den Fehler, bei Afri Cola den Koffeingehalt von 25 mg pro 100 ml zu senken, was den Fans der Marke gar nicht passte. 2006 wurde die Entscheidung daher revidiert, seither ist der Koffeingehalt wieder der alte und sorgt beispielsweise dafür, dass Afri in der Techno-Szene ganz gut ankommt.
Produkt
Afri Cola ist eine Cola-Marke mit recht hohem Koffeingehalt: 25 mg pro 100 ml. Als Zutaten aufgeführt werden neben dem Koffein: Wasser, Zucker, Kohlensäure, Farbstoff E150d, Säuerungsmittel E338, Antioxidationsmittel, Ascorbinsäure und natürliches Aroma. Finden Sie nicht auch, dass diese Zutatenlisten immer irgendwie wie die Anleitung eines Chemiebaukastens klingen? Allerdings schmeckt die Sache dann wohl doch noch besser als Produkte aus der privaten Box für den kleinen Chemiker. Neben der Afri Cola gibt es dann noch Afri White im Gepäck für die Schlankheitsfanatiker: kein Zucker, dafür süßen Süßstoffe die White-Variante.
Gesundheit
„Erhöhter Koffeingehalt, nur in begrenzten Mengen verzehren“, schreibt Afri Cola selbst auf seiner Webseite. In der Technoszene beispielsweise ist Afri ja gerade wegen des hohen Koffeingehalts so beliebt; zuviel davon allerdings könnte genau die gegenteilige Wirkung haben; zuviel Koffein – so schreibt selbst der Kaffeeverband – kann eine ermüdende Wirkung haben! Sollten Sie also während der nächsten Techno-Party einige besonders schläfrige Tänzer erleben, die nur deshalb nicht umfallen, weil sie wie die Sardinen in der Büchse von den anderen Sardinen in Position gehalten werden, könnte das an zuviel Koffein liegen. Im August 2007 berichtete das BBV-Net von einer 17-Jährigen aus Großbritannien, die nach einer Nacht ohne Schlaf und sieben doppelten Espresso ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Etwas aufpassen mit dem Koffein, auch mit dem in Afri Cola, sollte man also schon.
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